Aktuelle Nachrichten aus dem UNB

6.April 2010

Urologen Laufen

Seit September 2010 bereitet sich eine Gruppe von ca. 15 Urologinnen und Urologen auf den Posthalbmarathon am 10.04.2011 in Bonn vor. Die Läuferinnen und Läufer kommen aus den urologischen Praxen des UNB und unseren Kooperationskliniken und haben sich jeden Dienstag neben dem Individualtraining zu einer „Brückenrunde“ getroffen.

Erfreulicherweise konnten wir auch Ärzte aus anderen Disziplinen und Mitarbeiter der unterstützenden Pharmaindustrie für unser Projekt begeistern.

Wir möchten als Vorbilder für unsere Patienten die Bedeutung von Sport für die Gesundheit bei urologischen Krankheitsbildern hervorheben.

Täglich haben wir in unseren Sprechstunden Männer vor uns sitzen, die unter anderem wegen Ihres Übergewichts und dem Bewegungsmangel an der erektilen Dysfunktion leiden. Häufig finden wir bei diesen Patienten ein Metabolisches Syndrom, welches einhergeht mit Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und einer Stoffwechselentgleisung.

Ein unsportlicher und übergewichtiger Urologe ist da sicher kein gutes Beispiel, um diese Patienten adäquat zu beraten.

Auch Frauen, die wegen einer Harninkontinenz zu uns kommen, profitieren bei starkem Übergewicht von einer Gewichtsreduktion, die immer mit einer Zunahme der Bewegung kombiniert sein muss. Eine Ernährungsumstellung reicht nicht aus, um dauerhaft das Gewicht zu reduzieren.

Alle Patienten mit urologischen Tumoren haben, wie wissenschaftlich bestätigt, einen Vorteil, wenn Sport zum Alltag dazu gehört.

Erfreulicherweise konnten wir Firmen der Pharmaindustrie für unser Projekt begeistern, so dass wir 4000 € Spendengelder für das Therapiezentrum Bonn bis zum jetzigen Zeitpunkt sammeln konnten.

In dem Therapiezentrum Bonn leben Menschen mit einer oder mehreren Körperbehinderungen. Dieses Zentrum wird u.a. durch Mitglieder des UNB ärztlich betreut.

(www.tzbonn.de)

Für die Unterstützung durch die Industrie danken wir den Firmen sehr.

Wenn Sie Fragen zu dem Projekt haben, sprechen Sie Ihre Urologin oder Ihren Urologen an.

Ihr
Dr. Claus Nehring

 


21.1.2008

Umstrittene Urintests - Bonner Urologen dürfen kritisch bleiben

Dürfen Wissenschaftler öffentlich Kritik an kommerziellen Produkten üben? Ja, dürfen sie, so jedenfalls entschied das Landgericht Düsseldorf kürzlich im Falle eines von Bonner Urologen kritisierten Urintests auf Prostata-Krebs. Das Oberlandesgericht wies jetzt die Berufung der Herstellerfirma gegen das Urteil ab.

weiterlesen... (PDF)


9.Juli 2007

Prostatakrebs: Warnung vor kostspieligen Urintests
Stellungnahme des „Urologischen Netzwerkes Bonn“ (UNB)

Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Je früher er erkannt wird, desto höher ist die Chance auf Heilung. Zurzeit werden in Europa und USA mehrere Harntests zur möglichen Früherkennung eines Prostatakarzinoms entwickelt und in klinischen Studien erprobt. Einige Tests sind bereits auf dem Markt erhältlich und werden zum Teil massiv beworben. Sie versprechen eine Diagnose „Prostatakrebs“ im Frühstadium mit hoher Treffsicherheit sogar ohne operative Entnahme einer Gewebeprobe. „Doch bei keinem Patienten können sie die zur Sicherung der Diagnose nötige Biopsie der Prostata ersetzen“, betonen die Bonner Urologen.

Zur Früherkennung von Prostatakrebs wird Männern ab dem 45. Lebensjahr einmal im Jahr ein PSA-Test für rund 25 Euro empfohlen. PSA ist ein Eiweiß und wird ausschließlich in der Prostata gebildet. Bei Erkrankungen der „Vorsteherdrüse“ wird dieses Protein vermehrt an das Blut abgegeben. Ein erhöhter PSA-Spiegel im Blut ist somit auch ein Warnhinweis auf Prostatakrebs, erlaubt aber keine eindeutige Diagnose.

Auch die neuen Tests setzen auf so genannte Biomarker, die ein Prostatakarzinom anzeigen, bevor es Beschwerden verursacht. So wird beispielsweise der Urin auf in typischer Weise veränderte Eiweiße untersucht. Ein solcher Urintest kostet mehrere Hundert Euro, die der Patient in der Regel selbst zahlen muss. Ein anderer Test misst die erhöhte Ausschüttung eines Gen-Abkömmlings, der von bösartigen Prostatakrebszellen verstärkt gebildet und in den Urin abgegeben wird.

Obwohl es sich möglicherweise tatsächlich um brauchbare Testverfahren handeln könnte, sehen die Bonner Urologen aufgrund der dünnen Datenlage und eigener Erfahrungen diese Tests als sehr problematisch an. Allein die dafür nötige Konservierung von Eiweißstoffen im Urin sei ein erheblicher Unsicherheitsfaktor. Zudem werden diese Urintests dem Patienten zu hohen Preisen angeboten. Es gebe aber noch keine wissenschaftlich haltbaren Beweise, dass hier ein vertretbares Kosten/Nutzen-Verhältnis bestehe und diese Tests ein Prostatakarzinom besser vorhersagen könnten, als regelmäßige PSA-Bestimmungen, klinische Untersuchungen, transrektale Ultraschalldiagnostik und die nicht zu unterschätzende Erfahrung eines Urologen.

Kontakt für die Medien:
Professor Dr. Dr. h.c. Stefan C. Müller
Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie am Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-14107
E-Mail: stefan.mueller@ukb.uni-bonn.de

Dr.Claus Nehring
Kirchstrasse 11-13
53879 Euskirchen 
Tel. 02251 / 129680
Fax 02251 / 1296815
Email info@u-n-b.de